Fünf mögliche Welten sozial-ökologischer Transformation

Konzepte und Leitbilder, Thesen

Strukturiert man die Transformationsstrategien entlang dieser Metadiskussionen ergeben sich verschiedene mögliche Leitbilder einer sozial-ökologischen Transformation. Auf der ökonomischen Ebene können entsprechend der Analyse des Transformationsdiskurses zwei Positionen unterschieden werden: Befürworter von Wachstum und Globalisierung und Befürworter von Postwachstum und Regionalität. Zieht man die gesellschaftliche Ebene hinzu, so können diese beiden Positionen weiter ausdifferenziert werden. Zum einen in kulturkritische Positionen, welche sich für einen Wandel von Kultur und Demokratie aussprechen, und zum anderen in solche, die einen solchen Wandel nicht für notwendig halten. Die politisch-ökonomische Ebene vervollständigt das Bild. Hier können solidarische Positionen, die sich für entkommerzialisierte soziale Räume und sozialstaatliche Umverteilung aussprechen, von marktorientierten Positionen unterschieden werden, die Ressourcenallokation und -distribution hauptsächlich über den Markt organisieren wollen.

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Idealtypische Leitbilder im Transformationsdiskurs

Konzepte und Leitbilder, Thesen

Im dritten Teil dieser Arbeit werden – aufbauend auf der Erkenntnis, dass innerhalb des Diskurses um eine sozial-ökologische Transformation sehr verschiedene Transformationskonzepte diskutiert werden, welche teilweise im Widerspruch zueinander stehen oder keinerlei Bezug aufeinander nehmen – fünf mögliche idealtypische Leitbilder einer sozial-ökologischen Transformation skizziert. Diese Leitbilder basieren auf der Analyse des Transformationsdiskurses im zweiten Teil dieser Arbeit, sie lassen sich jedoch nicht direkt aus dieser Analyse ableiten. Die hier entwickelten Leitbilder sind daher als eine erste Näherung an den Diskurs und als ein Vorschlag zu verstehen. Sie geben einen Ausblick, anhand welcher Leitbilder der Diskurs strukturiert werden könnte. Ob sie tatsächlich relevante Teile des Diskurses widerspiegeln, müsste jedoch unter Heranziehung weiterer Transformationsstrategien überprüft werden. Auch kann die Überprüfung der hier dargestellten idealisierten Leitbilder auf Kohärenz nur skizzenhaft erfolgen. Ziel dieses Teils der Arbeit ist es aufzuzeigen, in welche Richtung in weiteren Studien gedacht werden könnte.

Um die idealisierten Leitbilder zu entwickeln, werden die Transformationskonzepte zunächst einer Metaebene zugeordnet. Anhand dieser Metadiskussionen1 werden anschließend fünf idealtypische Leitbilder skizziert (vgl. Kapitel 8.2). Diese sind zwar nicht identisch mit den real beobachtbaren Transformationsstrategien, sollen jedoch eine Projektionsfläche bieten, anhand derer reale Diskurse besser nachvollzogen und verglichen werden können. Hierdurch sollen Widersprüche und Gemeinsamkeiten deutlicher sichtbar werden.

Miegel: Wohlstand ohne Wachstum

Kommentare, Konzepte und Leitbilder

Meinhard Miegel setzt sich in seinem Buch „Exit – Wohlstand ohne Wachstum“ mit der Rolle des Wachstums im politisch-gesellschaftlichen Diskurs auseinander. Jedoch sei nicht mangelndes Wachstum das Problem, sondern das Leben der Gesellschaft über ihre Verhältnisse. Verschuldungspolitik auf allen gesellschaftlichen Ebenen sowie maßlose Lohnforderungen der Gewerkschaften seien neben spekulativen Finanzmarktakteuren mitverantwortlich für die globale Wirtschafts- und Finanzkrise. Laut Miegel sei diese Krise überfällig gewesen, um die Weltwirtschaft wieder ins Gleichgewicht zu bringen.1

Literaturüberblick zur sozial-ökologischen Transformation

Berichte, Konzepte und Leitbilder

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat in einem Sammelband sechs Transformationsstrategien vorgestellt.1 Gemeinsam ist ihnen, dass sie nachhaltiges Wachstum zum Leitbild erklären. In diesen Kontext können auch die Diskussionen innerhalb von Bündnis 90/Die Grünen und der Heinrich Böll Stiftung um eine Grüne Marktwirtschaft2 eingeordnet werden. Ralf Fücks, Vorstandsmitglied der Heinrich Böll Stiftung, entwickelt in seinem Buch „Intelligent Wachsen“ eine Transformationsstrategie des nachhaltigen Wachstums.3 Auf internationaler Ebene wird dieser Diskurs um Green Growth und Green Economy insbesondere von der OECD und dem UNEP geführt.4