Zeitwohlstand für alle!

Thesen

Unser Verständnis von Zeit ist geprägt durch ein industrialisiertes Zeitregime, welches fast einen naturwissenschaftlichen Charakter hat. Unser Umgang mit Zeit wird in unserer Gesellschaft nicht mehr als etwas künstlich Geschaffenes verstanden, welches gesellschaftlich veränderbar und gestaltbar ist. Probleme wie Zeitknappheit, Zeitverteilung oder Beschleunigung erscheinen dadurch als rein individuelle Probleme.

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Vom bewussten Umgang mit begrenzter Zeit – Bericht eines Zeitpioniers

Thesen

Dass ich ein Zeitpionier bin, ist für mich noch eine relativ neue Erkenntnis. Laut Karl Hörning ist ein Zeitpionier jemand, „der durch die Flexibilisierung seiner Arbeitszeit [seine; GJ] eigenen Zielvorstellungen in Arbeit und Alltag verwirklicht [hat; GJ]“.1 Flexibilisierung meint hier jedoch nicht die neoliberale Flexibilisierung, nach welcher ganz im Sinne der Arbeitgeber die Arbeitskraft flexibel je nach Bedarf eingesetzt werden kann, sondern unter Flexibilisierung ist hier zu verstehen, dass Arbeit im Sinne der Arbeitnehmer so zur Verfügung gestellt wird, wie es mit ihren Lebensvorstellungen zu vereinbaren ist. Der Arbeitnehmer behält also die Verfügungsgewalt über seine Zeit auch dann, wenn er seine Arbeitskraft verkauft. Ein Zeitpionier löst sich von der zeitlichen Taktung des „Normalarbeitsverhältnisses“, bleibt aber Teil der Arbeitsgesellschaft. In diesem Essay möchte ich kurz aufzeigen, wie dieses Leben eines Zeitpioniers aussieht, was Beweggründe dafür sind und welche Voraussetzungen es braucht. Anschließend werde ich einige Thesen in diesem Zusammenhang diskutieren.

Effizienz ist besser als ihr Ruf: Interview mit Ernst Ulrich von Weizsäcker

Thesen

Können Maßnahmen zur Effizienzsteigerung trotz diverser Rebound-Effekte eine absolute Senkung des Ressourcenverbrauchs bewirken? Tilman Santarius hat jüngst die Debatte um relative und absolute Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch für obsolet erklärt.  Ernst Ulrich von Weizsäcker zeigt in seinem Buch „Faktor Fünf“ hingegen Strategien auf, wie Effizienzsteigerungen zu einer Entkopplung beitragen können. In diesem Interview nimmt er mir gegenüber Stellung zu der immer häufiger auftretenden Kritik an der Effizienzstrategie.

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Das Konzept Suffizienz im Vergleich

Kommentare, Konzepte und Leitbilder

Für Latouche geht Suffizienz einher mit Redistribution und einer Verbesserung der Lebensqualität. Er zählt insbesondere die Müllproduktion und den Massentourismus auf, welche reduziert werden müssten, ebenso sei auch eine Reduktion der Arbeitszeit Teil einer suffizienten Lebensweise. Seine Postwachstumsgesellschaft zeichne sich durch eine Verlangsamung aus. Es gelte nicht Konsumverzicht zu predigen, sondern die gesellschaftlichen Verhältnisse so zu gestalten, dass mit weniger Verbrauch mehr erreicht werden könne. Viele Bedürfnisse seien lediglich Kompensationen für Verluste der Wachstumsgesellschaft. Durch technologischen Fortschritt könnten zudem Reduktionsbestrebungen von 50 Prozent des gegenwärtigen Konsum ausreichend für eine Transformation sein. Suffizienz bildet einen wichtigen Bestandteil dieser Transformationsstrategie.1

Latouche: Farewell to Growth

Kommentare, Konzepte und Leitbilder

Serge Latouche gilt als geistiger Vater der Degrowth Bewegung.1 Diese wachstumskritische Bewegung nimmt ihren Ursprung in Südeuropa, ist inzwischen aber international verbreitet. Latouche selbst sieht die Ursprünge dieses theoretischen und zugleich praktischen Ansatzes einer konkreten Utopie2 in den entwicklungskritischen Diskursen des globalen Südens, insbesondere im afrikanischen Kontext.3 Sie stelle zuvorderst eine Kritik an der Konsumgesellschaft dar, welche sich insbesondere durch Werbung, Kredite und geplante Obsoleszenz4 auszeichne.5 Latouche beschreibt das Ziel von Degrowth wie folgt:

„Its goal is to build a society in which we can live better lives whilst working less and consuming less.“6