Fünf mögliche Welten sozial-ökologischer Transformation

Konzepte und Leitbilder, Thesen

Strukturiert man die Transformationsstrategien entlang dieser Metadiskussionen ergeben sich verschiedene mögliche Leitbilder einer sozial-ökologischen Transformation. Auf der ökonomischen Ebene können entsprechend der Analyse des Transformationsdiskurses zwei Positionen unterschieden werden: Befürworter von Wachstum und Globalisierung und Befürworter von Postwachstum und Regionalität. Zieht man die gesellschaftliche Ebene hinzu, so können diese beiden Positionen weiter ausdifferenziert werden. Zum einen in kulturkritische Positionen, welche sich für einen Wandel von Kultur und Demokratie aussprechen, und zum anderen in solche, die einen solchen Wandel nicht für notwendig halten. Die politisch-ökonomische Ebene vervollständigt das Bild. Hier können solidarische Positionen, die sich für entkommerzialisierte soziale Räume und sozialstaatliche Umverteilung aussprechen, von marktorientierten Positionen unterschieden werden, die Ressourcenallokation und -distribution hauptsächlich über den Markt organisieren wollen.

Literaturüberblick zur sozial-ökologischen Transformation

Berichte, Konzepte und Leitbilder

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat in einem Sammelband sechs Transformationsstrategien vorgestellt.1 Gemeinsam ist ihnen, dass sie nachhaltiges Wachstum zum Leitbild erklären. In diesen Kontext können auch die Diskussionen innerhalb von Bündnis 90/Die Grünen und der Heinrich Böll Stiftung um eine Grüne Marktwirtschaft2 eingeordnet werden. Ralf Fücks, Vorstandsmitglied der Heinrich Böll Stiftung, entwickelt in seinem Buch „Intelligent Wachsen“ eine Transformationsstrategie des nachhaltigen Wachstums.3 Auf internationaler Ebene wird dieser Diskurs um Green Growth und Green Economy insbesondere von der OECD und dem UNEP geführt.4

Darstellung des Transformationsdiskurses

Berichte, Konzepte und Leitbilder

Der Transformationsdiskurs hat insbesondere durch das WBGU Gutachten „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ aus dem Jahr 2011 an Dynamik gewonnen. In diesem beschreibt der WBGU die Notwendigkeit und Machbarkeit einer Transformation hin zu einer klimaverträglichen Gesellschaft.1

Sozial-ökologischer Umbau der Gesellschaft – vom Wachstum im Wahlprogramm der LINKE

Kommentare

Am 22. September findet die Bundestagswahl statt. In den letzten zwei Jahren haben sich alle im Bundestag vertretenen Parteien innerhalb der Enquetekommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ mit der Bedeutung von Wachstum in und für unsere Gesellschaft auseinandergesetzt. Inwiefern finden sich die Erkenntnisse der Enquetekommission in den Programmatiken der jeweiligen Parteien? Zum Ende der Enquete sammelten sich die Oppositionsparteien SPD, LINKE und Grüne unter der Forderung nach einer sozial-ökologischen Transformation, während CDU, CSU und FDP eine Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft als Lösung für die multiple Krise ansahen. Wie interpretieren nun die Parteien die jeweiligen Strategien einer sozial-ökologischen Transformation beziehungsweise einer Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft? Diese Fragen werde ich in den folgenden Beiträgen diskutieren, indem ich die Wahlprogramme der im Bundestag vertretenen Parteien auf die Fragen hin analysiere. In diesem Beitrag beginne ich mit dem Wahlprogramm der LINKE.