Das Konzept Arbeitszeitverkürzung im Vergleich

Kommentare, Konzepte und Leitbilder

Latouche fordert die Produktivitätsgewinne nicht weiter für eine Ausweitung der Produktion zu nutzen, sondern dafür die Arbeitszeit zu verkürzen und dabei Arbeit sogleich so umzuverteilen, dass neue Arbeitsplätze entstünden. Diese Arbeitszeitverkürzung geht bei Latouche mit einer Flexibilisierung der Arbeitswelt einher. Zeitarbeitsfirmen stellten einen Weg in diese Richtung dar. Der Mensch habe in der Regel zahlreiche Talente, die bei einem einzigen Beruf häufig nicht zur Geltung kämen. Latouche unterscheidet zwischen Freizeit und befreiter Zeit. Während erstere die nach der Arbeit übrig gebliebene Zeit beschreibe, welche von einer Freizeitindustrie beherrscht sei, sei letztere Zeit, in welcher Raum für bürgerschaftliches Engagement, kreative und soziale Tätigkeiten bliebe. Arbeitszeitverkürzung ist ein essentieller Teil dieser Transformationsstrategie.1

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Das Konzept Redistribution im Vergleich

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Latouche spricht sich für eine Umverteilung der Vermögenswerte und natürlichen Ressourcen sowohl auf globaler als auch auf nationaler Ebene aus. Diese Umverteilung sei Voraussetzung für eine Reduktion des Konsums. Zum einen gebe es in einer homogeneren Gesellschaft weniger Anreiz zu Statuskonsum und zum anderen führe eine Umverteilung zwischen Nord und Süd zu einer Entmachtung der globalen Verbraucherklasse. Unter Umverteilung versteht Latouche nicht nur mehr zu geben, sondern auch weniger vom globalen Süden zu nehmen. Ein Bestandteil seiner Umverteilungspolitik bestünde darin, einen Markt über Konsum- und Verbrauchsrechte zu etablieren. Redistribution wird somit zu einem wesentlichen Element seiner Transformationsstrategie.1

Das Konzept Kultureller Wandel im Vergleich

Kommentare, Konzepte und Leitbilder

Latouche stellt die Relevanz einer „Umwertung“ heraus. Damit ist gemeint, dass wesentliche Werte der gegenwärtigen Gesellschaft verändert werden müssten (z.B. Altruismus statt Egoismus). Freizeit und Spiel sollten den Stellenwert der Arbeit ersetzen. Anstatt die Natur zu dominieren, sollte in Einklang mit der Natur gelebt werden. Die auf Wettbewerb ausgerichtete Konsumgesellschaft müsse durch eine auf Kooperation basierende Gesellschaft ersetzt werden. Diese neuen Werte führten zu einer Restrukturierung der Produktion, welche sich an diese anpassen müsse. Ein kultureller Wandel ist für Latouche demnach zentral.1

Das Konzept Lokale Versorgung im Vergleich

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Die Relokalisierung ist eine von acht Kernforderungen Latouches. Der Austausch von Waren und Kapital sollte aufs Wesentliche reduziert werden. Latouche hält zwei Aspekte der Relokalisierung für wesentlich: zum einen die Möglichkeiten politischer Partizipation, die durch lokale demokratische Einheiten entstünden und zum anderen die ökonomische Autonomie, die durch suffiziente und subsistente lokale Einheiten entstünde. Die Zuordnung zu diesem Konzept ist folglich eindeutig positiv.1

Das Konzept BIP-Wachstum im Vergleich

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Die Kritik an der Wachstumsorientierung bildet den Kern von Latouches Analyse. Latouche spricht sich für Décroissance beziehungsweise Degrowth aus. Darunter versteht er jedoch kein negatives Wachstum, vielmehr sei eine Abkehr von der Wachstumsorientierung notwendig. Die Gesellschaft müsse im Sinne eines a-growth1 wachstumsunabhängig gemacht werden. Wachstum sei momentan nur profitabel, weil es seine sozialen und ökologischen Kosten externalisiere. Latouche spricht sich für eine Abkehr vom Wachstum aus. Das BIP müsse zwar nicht unbedingt schrumpfen, aber dessen Schrumpfung sollte in einer Postwachstumsgesellschaft keine negativen gesellschaftlichen Folgen mehr aufweisen. BIP-Wachstum steht Latouche demnach neutral gegenüber.2