Das Konzept Kultureller Wandel im Vergleich

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Latouche stellt die Relevanz einer „Umwertung“ heraus. Damit ist gemeint, dass wesentliche Werte der gegenwärtigen Gesellschaft verändert werden müssten (z.B. Altruismus statt Egoismus). Freizeit und Spiel sollten den Stellenwert der Arbeit ersetzen. Anstatt die Natur zu dominieren, sollte in Einklang mit der Natur gelebt werden. Die auf Wettbewerb ausgerichtete Konsumgesellschaft müsse durch eine auf Kooperation basierende Gesellschaft ersetzt werden. Diese neuen Werte führten zu einer Restrukturierung der Produktion, welche sich an diese anpassen müsse. Ein kultureller Wandel ist für Latouche demnach zentral.1

Latouche: Farewell to Growth

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Serge Latouche gilt als geistiger Vater der Degrowth Bewegung.1 Diese wachstumskritische Bewegung nimmt ihren Ursprung in Südeuropa, ist inzwischen aber international verbreitet. Latouche selbst sieht die Ursprünge dieses theoretischen und zugleich praktischen Ansatzes einer konkreten Utopie2 in den entwicklungskritischen Diskursen des globalen Südens, insbesondere im afrikanischen Kontext.3 Sie stelle zuvorderst eine Kritik an der Konsumgesellschaft dar, welche sich insbesondere durch Werbung, Kredite und geplante Obsoleszenz4 auszeichne.5 Latouche beschreibt das Ziel von Degrowth wie folgt:

„Its goal is to build a society in which we can live better lives whilst working less and consuming less.“6

Miegel: Wohlstand ohne Wachstum

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Meinhard Miegel setzt sich in seinem Buch „Exit – Wohlstand ohne Wachstum“ mit der Rolle des Wachstums im politisch-gesellschaftlichen Diskurs auseinander. Jedoch sei nicht mangelndes Wachstum das Problem, sondern das Leben der Gesellschaft über ihre Verhältnisse. Verschuldungspolitik auf allen gesellschaftlichen Ebenen sowie maßlose Lohnforderungen der Gewerkschaften seien neben spekulativen Finanzmarktakteuren mitverantwortlich für die globale Wirtschafts- und Finanzkrise. Laut Miegel sei diese Krise überfällig gewesen, um die Weltwirtschaft wieder ins Gleichgewicht zu bringen.1

WBGU: Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation

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Der WBGU entwickelt seine Transformationsstrategie in seinem Gutachten „Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation“ auf der Basis von Megatrends. Zum einen werden Megatrends des Erdsystems ermittelt wie der Klimawandel oder der Verlust von Ökosystemdienstleistungen. Zum anderen werden Megatrends der globalen Wirtschaft und Gesellschaft ausgemacht. Diese seien gekennzeichnet durch eine zunehmende Entwicklung und Demokratisierung der Schwellenländer. Das Wachstum der Weltwirtschaft gehe einher mit einer zunehmenden Urbanisierung sowie steigendem Land- und Energieverbrauch.1

Konzepte sozial-ökologischer Transformation

Konzepte und Leitbilder, Thesen

Im Diskurs um eine sozial-ökologische Transformation werden diverse Konzepte diskutiert. Jedes dieser Konzepte soll dazu beitragen die multiple Krise zu lösen. In diesem Kapitel wird eine Auswahl dieser Konzepte dargestellt. Diese Auswahl basiert auf der Durchsicht zahlreicher Aufsätze zur Transformation (vgl. Kapitel 4.2). Dargestellt werden dabei diejenigen Konzepte, die auf Grund ihrer Rezeption eine gewisse Relevanz innerhalb des Transformationsdiskurses haben. Die Literaturdurchsicht konnte jedoch nicht erschöpfend geleistet werden, so dass die Auswahl auf den Beobachtungen eines Ausschnitts des Transformationsdiskurses beruht (siehe Tabelle 2 im Anhang). Keine Berücksichtigung finden Transformationskonzepte, welche auf Marktmechanismen und technologische Innovationen setzen, da sich die sozial-ökologische Transformation gerade dadurch auszeichnet, dass sie über diese beiden Konzepte hinausgeht.