Vom fordistischen Wohlfahrtsstaat zur sozial-ökologischen Transformation

Konzepte und Leitbilder, Thesen

Die Debatte um die sozial-ökologische Transformation nimmt ihren Ausgang im Klimadiskurs. Der WBGU bezieht sich in seiner Transformationsstrategie auf das in Cancun vereinbarte 2-Grad-Ziel.1 Vielfach wird von einem neuen Erdzeitalter, dem Anthropozän, gesprochen, welches sich dadurch auszeichne, dass der Mensch zum bestimmenden Faktor der Umweltveränderungen geworden sei und damit die Sonne ablöse.2 Der Stern-Report hat auf den Zusammenhang von Wirtschaftswachstum und Klimaverschmutzung hingewiesen und die Dringlichkeit einer Entkopplung angemahnt.3 Rockström hat wiederum aufgezeigt, dass die planetaren Grenzen sich nicht allein auf das Klima beschränken ließen und teilweise sogar schon überschritten seien.4 Bezüglich des Klima- und Umweltproblems hat demnach in den letzten Jahren die Erkenntnis an Bedeutung gewonnen, dass es zur Abwendung eines deutlichen Klimawandels einer Transformation unserer bisherigen Wirtschafts- und Lebensweise bedürfe.

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Emissionshandel – Der Ablasshandel der Neuzeit

Kommentare

„Einmal 2 Tonnen Emissionen und die taz von heute bitte.“

„Darf’s sonst noch etwas sein?“

„Das Biobrot der Woche bitte.“

So oder ähnlich geht der ökologisch bewusste Mensch der heutigen Zeit einkaufen. Schließlich leben wir ja in einem marktwirtschaftlichen System und da kann man nun mal alles kaufen. Warum also nicht neuerdings auch die Atmosphäre? Daran, dass wir Wiesen, Wälder, Seen, Tiere und auch sonst alles, was der Mensch verwerten kann, kaufen können, haben wir uns schon längst gewöhnt. Es war also seit Langem überfällig, dass Ökonomen wie Coase1 und Dales ernst genommen werden und auch der Himmel vermarktet wird. Schließlich ist „Verschmutzung zugleich etwas Gutes und etwas Schlechtes. Die Leute verschmutzen ja nicht, weil sie es prima finden, zu verschmutzen. Sondern sie verschmutzen, weil sie so billiger andere Güter herstellen können. Die billigere Herstellung anderer Güter ist das Gute; der Wertverlust durch die Verschmutzung ist das Schlechte. Beides muss verglichen werden. Und so muss die Sache betrachtet werden“ (Ronald Coase, zit. nach Lohmann: Carbon Trading, S. 55).

Klima-Demo

Berichte

Es ist fünf vor Zwölf als ich am Samstag, den 08.12., das Haus Richtung Köln Hauptbahnhof verlasse. Um Viertel nach Zwölf treffe ich dort auf eine Gruppe junger Erwachsener zwischen 18 und 28, die ihren Samstag damit verbringt sich für die Rettung dieser Welt einzusetzen.
Es geht zur Klima-Demo nach Neurath, ein Stadtteil von Grevenbroich – etwa 25km von Köln entfernt. Dort wird gerade das größte Braunkohlekraftwerk Europas gebaut mit einer Leistung von 15 Megawatt. Im September hatten sich von den gängigen Umweltverbänden wie BUND, NABU, Greenpeace etc. über die kirchlichen Verbände wie den BDKJ oder den eed bis zu den Entwicklungsorganisationen wie attac, weed, das Eine Welt Netzwerk etc. etliche Nicht-Regierungsorganisationen NRWs zur Klimaallianz zusammengeschlossen und gemeinsam zu dieser Demonstration mobilisiert.

So ist die Welt noch zu retten

Kommentare

So titelte die Taz am Wochenende und lieferte Lösungsansätze, um die klimatische Katastrophe auf zu halten.

1. Schluss mit dem Selbstbetrug: Die Deutschen müssen bekennen, üble Klimasünder zu sein.

Es ist schon wahnsinnig wie die Bevölkerung eines Landes, welches zigmaliger Exportweltmeister ist, wirklich glauben kann, man sei der Vorreiter der Umweltbewegung. Dies ist wohl leider dem ehemaligen grünen Umweltminister Jürgen Trittin zu verdanken. Von ihm hat man die Traumvorstellung der ökologischen Vorreiterschaft Deutschlands ja zu genüge gehört. Ich habe ja selbst daran geglaubt. Doch wenn man sich einmal anschaut, womit Deutschland sich brüstet, welche Ziele uns schon als hochgesteckt verkauft werden, dann kann man sich wohl nur noch auf den Sommerurlaub an der Ostsee freuen, wenigstens fliegen die Deutschen dann nicht mehr so viel.