Fünf mögliche Welten sozial-ökologischer Transformation

Konzepte und Leitbilder, Thesen

Strukturiert man die Transformationsstrategien entlang dieser Metadiskussionen ergeben sich verschiedene mögliche Leitbilder einer sozial-ökologischen Transformation. Auf der ökonomischen Ebene können entsprechend der Analyse des Transformationsdiskurses zwei Positionen unterschieden werden: Befürworter von Wachstum und Globalisierung und Befürworter von Postwachstum und Regionalität. Zieht man die gesellschaftliche Ebene hinzu, so können diese beiden Positionen weiter ausdifferenziert werden. Zum einen in kulturkritische Positionen, welche sich für einen Wandel von Kultur und Demokratie aussprechen, und zum anderen in solche, die einen solchen Wandel nicht für notwendig halten. Die politisch-ökonomische Ebene vervollständigt das Bild. Hier können solidarische Positionen, die sich für entkommerzialisierte soziale Räume und sozialstaatliche Umverteilung aussprechen, von marktorientierten Positionen unterschieden werden, die Ressourcenallokation und -distribution hauptsächlich über den Markt organisieren wollen.

OECD: Towards Green Growth

Kommentare, Konzepte und Leitbilder

Die OECD hat ihre Studie „Towards a Green Growth“ erstellt, um aufzuzeigen, dass Umwelt- und Wachstumspolitik nicht im Widerspruch zueinander stehen müssen. Die Klima- und Umweltkrise bedrohe das gewohnte Wachstum langfristig. Zugleich müsse eine Antwort auf kurzfristige Krisen wie Arbeitslosigkeit, Staatsdefizite und Inflation gefunden werden. Daher müsse die Wachstumsstrategie der OECD „grüner“ werden. Es werde eine veränderte Produktions- und Konsumweise benötigt und ein neues Verständnis von Fortschritt. Der anstehende Wandel könne nicht national, sondern nur international bewältigt werden. Dabei stünden unternehmerische Innovationen weiterhin im Mittelpunkt, müssten aber durch nicht-technische Innovationen ergänzt werden wie neue Arbeits- und Unternehmensstrukturen, oder eine veränderte Stadt- und Infrastrukturplanungen.1

UNEP: Towards a Green Economy

Kommentare, Konzepte und Leitbilder

Das UNEP hat seine Studie „Towards a Green Economy“ im Vorfeld von Rio+20 erstellt. Seine Analyse richtet sich sowohl an marktwirtschaftlich gelenkte als auch über den Staat gesteuerte Wirtschaftssysteme. Die Grüne Ökonomie soll eine Antwort auf die Krise der vorherrschenden Ökonomie sein, deren Krise sich nicht zuletzt in der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise manifestiere. Die Grüne Ökonomie zeichne sich dadurch aus, dass sie materiellen Wohlstand schaffe, ohne Umweltgefahren, ökologischen Mangel und soziale Ungleichheiten zu produzieren.1

Strategien sozial-ökologischer Transformation

Kommentare, Konzepte und Leitbilder

Die Auswahl der Transformationsstrategien orientiert sich an zwei Kriterien. Zum einen sollen möglichst repräsentative Strategien untersucht werden, die nicht nur für sich selbst stehen, sondern ebenso in einen Diskurskontext eingebunden werden können (vgl. Kapitel 4.1). Zum anderen zeichnen sich die ausgewählten Transformationsstrategien durch eine möglichst breite Rezeption aus. Eine Objektivierung dieser beiden Kriterien ist im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich, anhand dieser Kriterien wird jedoch eine begründete Auswahl der Transformationsstrategien getroffen.

Abgrenzung von Transition und Transformation

Konzepte und Leitbilder, Thesen

In der Debatte um die sozial-ökologische Transformation werden die Begrifflichkeiten Transition und Transformation häufig synonym verwendet, ohne dass eine Begriffsbestimmung vorgenommen wird. Beiden Begriffen liegt jedoch ein unterschiedliches Fundament zugrunde.