Ökologische Wachstumskritik als Modernekritik

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Mit seinem aktuellen Buch „Mehr oder weniger? Zur Soziologie ökologischer Wachstumskritik und nachhaltiger Entwicklung“ (Transcript Verlag, 2014) verfolgt der Soziologe Stephan Lorenz zwei Anliegen. Zum einen will er das Kernanliegen ökologischer Wachstumskritik herausarbeiten und betrachtet sie dabei mit ihrem kritischen Fokus auf Industrialismus und Konsum als Teil der Modernekritik. Zum anderen will er ökologische Wachstumskritik als soziologisches Thema stark machen. Der Soziologie stünde die Aufgabe zu, die Verfahrensweisen nachhaltiger Entwicklung kritisch zu rekonstruieren. Die ökologische Wachstumskritik richte das Augenmerk auf das Auseinanderfallen von Mitteln und Zwecken gesellschaftlichen Handelns. Dieses gelte es durch entsprechende demokratische Verfahren zu rejustieren.

Weiter auf dem Blog Postwachstum.

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Idealtypische Leitbilder im Transformationsdiskurs

Konzepte und Leitbilder, Thesen

Im dritten Teil dieser Arbeit werden – aufbauend auf der Erkenntnis, dass innerhalb des Diskurses um eine sozial-ökologische Transformation sehr verschiedene Transformationskonzepte diskutiert werden, welche teilweise im Widerspruch zueinander stehen oder keinerlei Bezug aufeinander nehmen – fünf mögliche idealtypische Leitbilder einer sozial-ökologischen Transformation skizziert. Diese Leitbilder basieren auf der Analyse des Transformationsdiskurses im zweiten Teil dieser Arbeit, sie lassen sich jedoch nicht direkt aus dieser Analyse ableiten. Die hier entwickelten Leitbilder sind daher als eine erste Näherung an den Diskurs und als ein Vorschlag zu verstehen. Sie geben einen Ausblick, anhand welcher Leitbilder der Diskurs strukturiert werden könnte. Ob sie tatsächlich relevante Teile des Diskurses widerspiegeln, müsste jedoch unter Heranziehung weiterer Transformationsstrategien überprüft werden. Auch kann die Überprüfung der hier dargestellten idealisierten Leitbilder auf Kohärenz nur skizzenhaft erfolgen. Ziel dieses Teils der Arbeit ist es aufzuzeigen, in welche Richtung in weiteren Studien gedacht werden könnte.

Um die idealisierten Leitbilder zu entwickeln, werden die Transformationskonzepte zunächst einer Metaebene zugeordnet. Anhand dieser Metadiskussionen1 werden anschließend fünf idealtypische Leitbilder skizziert (vgl. Kapitel 8.2). Diese sind zwar nicht identisch mit den real beobachtbaren Transformationsstrategien, sollen jedoch eine Projektionsfläche bieten, anhand derer reale Diskurse besser nachvollzogen und verglichen werden können. Hierdurch sollen Widersprüche und Gemeinsamkeiten deutlicher sichtbar werden.

Postdemokratie und Krise des Staates

Konzepte und Leitbilder, Thesen

Der Begriff Postdemokratie wurde durch Colin Crouch geprägt. Er bezeichnet damit eine Gesellschaft, in welcher zwar noch formale demokratische Kriterien eingehalten würden, diese formale Demokratie1 jedoch nur noch zum Schein existiere, während die reale Politik auf informellen Wege im Interesse der Wirtschaft durchgesetzt würde.2 Colin Crouch beschreibt damit den Zustand eines nationalen Wettbewerbsstaates3, in dessen Fokus ökonomischer Erfolg stünde.4 Der Staat in der Postdemokratie sei kein unabhängiger Akteur mehr, welcher die Rahmenbedingungen ökonomischen und gesellschaftlichen Handelns bestimme, sondern er stünde im Wettbewerb mit anderen Staaten. An die Stelle des Staates träten marktbeherrschende Konzerne oder auch Marktgiganten.

Wachstum der Lebensfreude

Berichte

Zum zweiten Mal kamen in Wien auf Einladung des Lebensministeriums etwa 700 kritische BegleiterInnen der Wachstumswende zusammen. Dieses Publikum war bunt durchmischt vom REWE-Direktor bis hin zu Food-Coop InitiatorInnen. Um so erstaunlicher, dass sich ein Thema als zentral in dieser dreitägigen Konferenz herausstellte: die Lebensfreude.

Mehr Demokratie – Kumulieren und Panaschieren

Kommentare

„Mehr Demokratie beim Wählen“ fordert Mehr Demokratie e.V. in ihrer Volksinitiative, die am 21.03. starten soll.

Doch was steckt dahinter?

Mehr Demokratie e.V. fordert die Einführung des Kumulierens und Panaschierens – zwei wunderbare Wörter, die mir aber auf Anhieb mal so gar nichts verraten. Aber ist auch schon eine Kunst an sich diesen durchaus komplexen Sachverhalt mit zwei Wörtern zu beschreiben. Inzwischen habe ich wohl auch eine grobe Übersicht darüber, was sich Mehr Demokratie e.V. denn unter „Mehr Demokratie beim Wählen“ vorstellt. Zwar werde ich mich morgen noch einmal mit Thorsten Sterk von Mehr Demokratie e.V. austauschen, aber vorher möchte ich mir das Ganze doch erst einmal selbst klar machen.