Zeitwohlstand braucht eine veränderte Unternehmenskultur

Thesen

Zeitwohlstand wird häufig mit Freizeit gleichgesetzt, ein Mehr an Freizeit durch ein Weniger an Arbeitszeit gefordert. Dies blendet jedoch einen wesentlichen Teil des Problems aus, welcher in mangelnder Zeitsouveränität besteht, und zwar sowohl innerhalb als auch außerhalb der Erwerbsarbeitswelt.

Sogenannte Zeitpioniere/-innen, die gerade deshalb Zeitwohlstand einfordern, weil sie Erfüllung in ihrem Tätigsein suchen, streben daher auch nach einem qualitativ anderen Umgang mit Zeit (von Jorck 2014).

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Zeitwohlstand für alle!

Thesen

Unser Verständnis von Zeit ist geprägt durch ein industrialisiertes Zeitregime, welches fast einen naturwissenschaftlichen Charakter hat. Unser Umgang mit Zeit wird in unserer Gesellschaft nicht mehr als etwas künstlich Geschaffenes verstanden, welches gesellschaftlich veränderbar und gestaltbar ist. Probleme wie Zeitknappheit, Zeitverteilung oder Beschleunigung erscheinen dadurch als rein individuelle Probleme.

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Vom bewussten Umgang mit begrenzter Zeit – Bericht eines Zeitpioniers

Thesen

Dass ich ein Zeitpionier bin, ist für mich noch eine relativ neue Erkenntnis. Laut Karl Hörning ist ein Zeitpionier jemand, „der durch die Flexibilisierung seiner Arbeitszeit [seine; GJ] eigenen Zielvorstellungen in Arbeit und Alltag verwirklicht [hat; GJ]“.1 Flexibilisierung meint hier jedoch nicht die neoliberale Flexibilisierung, nach welcher ganz im Sinne der Arbeitgeber die Arbeitskraft flexibel je nach Bedarf eingesetzt werden kann, sondern unter Flexibilisierung ist hier zu verstehen, dass Arbeit im Sinne der Arbeitnehmer so zur Verfügung gestellt wird, wie es mit ihren Lebensvorstellungen zu vereinbaren ist. Der Arbeitnehmer behält also die Verfügungsgewalt über seine Zeit auch dann, wenn er seine Arbeitskraft verkauft. Ein Zeitpionier löst sich von der zeitlichen Taktung des „Normalarbeitsverhältnisses“, bleibt aber Teil der Arbeitsgesellschaft. In diesem Essay möchte ich kurz aufzeigen, wie dieses Leben eines Zeitpioniers aussieht, was Beweggründe dafür sind und welche Voraussetzungen es braucht. Anschließend werde ich einige Thesen in diesem Zusammenhang diskutieren.

Leben von 500 Euro – wie ist das möglich?

Thesen

Reflektion einer konsumkritischen Lebensweise

Seit meines Portraits im Spiegel wird mir immer wieder diese Frage gestellt: „Leben von 500 Euro – wie ist das möglich?“. Zunächst einmal muss ich meine Gesprächspartner dann leider enttäuschen, denn die Antwort ist: gar nicht! Entspricht das Portrait von mir also nicht den Tatsachen? Doch es stimmt. In diesem Beitrag will ich versuchen diesen scheinbaren Widerspruch nachvollziehbar zu machen.

500 Euro reichen in meinem Fall dafür Miete und Sozialversicherungen zu bezahlen. Danach bleiben mir 4 Euro am Tag übrig. Das klingt nicht nur nach extrem wenig Geld, das ist auch wenig Geld. Eine Teilhabe an unserer (Markt-)Gesellschaft ist damit nicht annähernd gewährleistet. Soll gesellschaftliche Teilhabe gewährleistet werden, so ist wohl mindestens das Fünf- bis Sechsfache dieser Summe, also 20 – 25 Euro am Tag, notwendig. Dass ich von weniger Geld gut und zufrieden lebe, hat andere Gründe.

Diese Gründe sind vielseitig, sie haben aber im Wesentlichen eine gemeinsame Basis und zwar mein soziales Umfeld. Damit möchte ich auch gleich zu Beginn festhalten, dass ich kein einsamer Asket bin, sondern dass meine konsumkritische Lebensweise nur dadurch möglich wird, dass um mich herum noch viele weitere Menschen eine Lebensweise pflegen, welche weitestgehend außerhalb von marktwirtschaftlichen Austauschbeziehungen stattfindet. Anhand einiger Best-Practice-Beispiele suffizienter Lebensweise möchte ich dieses Prinzip und meine persönliche Lebensweise anschaulicher machen.