OECD: Towards Green Growth

Kommentare, Konzepte und Leitbilder

Die OECD hat ihre Studie „Towards a Green Growth“ erstellt, um aufzuzeigen, dass Umwelt- und Wachstumspolitik nicht im Widerspruch zueinander stehen müssen. Die Klima- und Umweltkrise bedrohe das gewohnte Wachstum langfristig. Zugleich müsse eine Antwort auf kurzfristige Krisen wie Arbeitslosigkeit, Staatsdefizite und Inflation gefunden werden. Daher müsse die Wachstumsstrategie der OECD „grüner“ werden. Es werde eine veränderte Produktions- und Konsumweise benötigt und ein neues Verständnis von Fortschritt. Der anstehende Wandel könne nicht national, sondern nur international bewältigt werden. Dabei stünden unternehmerische Innovationen weiterhin im Mittelpunkt, müssten aber durch nicht-technische Innovationen ergänzt werden wie neue Arbeits- und Unternehmensstrukturen, oder eine veränderte Stadt- und Infrastrukturplanungen.1

„Green Growth means fostering economic growth and development, while ensuring that natural assets continue to provide the resources and environmental services on which our well-being relies. To do this, it must catalyse investment and innovation which underpin sustained growth and give rise to new economic opportunities.“2

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung sei durch das gegenwärtige Wachstum gefährdet, da es Naturkapital auf Dauer untergrabe. Dies sei zum einen immer teurer, da Naturkapital durch physisches Kapital ersetzt werden müsse und zum anderen könne dies plötzlich zu einem ökologischen Kollaps führen. Grünes Wachstum könne zudem zu neuen Wachstumsimpulsen führen. Auch könne Grünes Wachstum zu einer Reduzierung von Armut führen und reduziere insbesondere ökologische Risiken.3

Im Fokus der OECD stehen eine Steuer- und Wettbewerbspolitik, welche eine effiziente Allokation von Ressourcen befördert sowie politische Maßnahmen, welche den Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung verteuern. Die dadurch entstehenden Einnahmen, sollten insbesondere zu einer Reduktion der Lohnnebenkosten und der Staatsverschuldung eingesetzt werden. Über Grüne Innovationen müsse eine Entkopplung von Wachstum und Naturkapital erwirkt werden. Neben einer internalisierenden Preispolitik seien dazu Anschubinvestitionen und verbesserte Eigentumsrechte notwendig.4

Weiterhin seien Grüne Infrastrukturprogramme notwendig. Hierdurch entstünden auch neue Arbeitsplätze, welche den Wegfall von Arbeitsplätzen in der braunen Ökonomie sogar mehr als ausglichen. Um diesen Wandel möglichst sanft zu gestalten, seien insbesondere eine aktive Arbeitsmarktpolitik, ein moderater Kündigungsschutz und Möglichkeiten des Kombilohns nötig. Negative Auswirkungen der Transformation auf arme Haushalte müssten hingegen durch gezielte Transferleistungen ausgeglichen werden. Schließlich setzt die OECD auf internationale Kooperation. Globale öffentliche Güter müssten durch globale Abkommen geschützt werden. Globaler Handel könne dabei als Mittel zur Diffusion grüner Technologien fungieren.5

1Vgl. zu diesem Absatz OECD (2011b), S. 3.

2OECD (2011b), S. 4.

3Vgl. zu diesem Absatz OECD (2011b), S. 4 ff.

4Vgl. zu diesem Absatz OECD (2011b), S. 8 ff.

5Vgl. zu diesem Absatz OECD (2011b), S. 14 ff.

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