UNEP: Towards a Green Economy

Kommentare, Konzepte und Leitbilder

Das UNEP hat seine Studie „Towards a Green Economy“ im Vorfeld von Rio+20 erstellt. Seine Analyse richtet sich sowohl an marktwirtschaftlich gelenkte als auch über den Staat gesteuerte Wirtschaftssysteme. Die Grüne Ökonomie soll eine Antwort auf die Krise der vorherrschenden Ökonomie sein, deren Krise sich nicht zuletzt in der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise manifestiere. Die Grüne Ökonomie zeichne sich dadurch aus, dass sie materiellen Wohlstand schaffe, ohne Umweltgefahren, ökologischen Mangel und soziale Ungleichheiten zu produzieren.1

„UNEP defines a green economy as one that results in improved human well-being and social equity, while significantly reducing environmental risks and ecological scarcities.“2

Die Ursache der multiplen Krise wird in einer weitgehend fehlgeleiteten Kapitalallokation gesehen. Das Kapital würde vor allem in fossile Energien und Finanzprodukte investiert anstatt eine grüne Wende über Investitionen in erneuerbare Energien oder auch einen öffentlichen Nahverkehr herbeizuführen. Die vorherrschende auf kurzfristige Profite ausgerichtete Form der Kapitalakkumulation werde jedoch insbesondere durch die Ausbeutung des Naturkapitals3 realisiert. Diese Naturausbeutung führe bereits zu einer Einschränkung der Lebensqualität in der Gegenwart und sei darüber hinaus eine Herausforderung für künftige Generationen. Der braunen Ökonomie4 sei es nicht gelungen die Millennium-Entwicklungsziele5 zu erreichen und soziale Ausgrenzung zu bearbeiten.6

Armutsreduzierung und Bewahrung der Umweltgüter seien eng miteinander verbunden, daher müsse eine grüne Ökonomie sowohl einen ökologisch nachhaltigen Fußabdruck aufweisen als auch einen hohen Index menschlicher Entwicklung. Eine grüne Ökonomie könne den vermeintlichen Gegensatz zwischen Wachstum und Umweltschutz überwinden. Sie steigere den Wohlstand in Form der Sicherung ökologischer Gemeingüter und der Steigerung des Naturkapitals und führe zugleich zu höheren Wachstumsraten des BIP im Vergleich zu einer braunen Ökonomie. Ebenso schaffe eine grüne Ökonomie mehr neue Arbeitsplätze als eine braune Ökonomie, auch wenn in einer Übergangsperiode in Weiterbildungsmaßnahmen investiert werden müsste.7

Generell beschränkt sich die Studie des UNEP auf Maßnahmen der Politik, wobei zumindest kurz erwähnt wird, dass die Realisierung einer grünen Ökonomie auf mehrere Akteure angewiesen sei.8 Folgende Maßnahmen werden als wesentlich hervorgehoben:

  • „establishing sound regulatory frameworks;

  • prioritizing government investment and spending in areas that stimulate the greening of economic sectors;

  • limiting spending in areas that deplete natural capital;

  • employing taxes and market-based instruments to shift consumer preference and promote green investment and innovation;

  • investing in capacity building and training; and

  • strengthening international governance.“9

Das UNEP geht davon aus, dass etwa zwei Prozent des globalen BIP für den Umbau zu einer grünen Ökonomie benötigt würden. Dies seien jedoch nur zehn Prozent der globalen Investitionen, so dass ein solcher Umbau für realisierbar gehalten werde.10 Über Regulierungen und ökonomische Anreizsysteme sollen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Investitionen entsprechend umzulenken. Insbesondere seien schädliche Subventionen abzubauen und externalisierte Kosten zu internalisieren.11

1Vgl. zu diesem Absatz UNEP (2011b), S. v ff.

2UNEP (2011b), S. 2.

3Nach der Idee des Naturkapitals werden die Ökosystemdienstleistungen monetär erfasst. So leisten z.B. die Bienen bei der Bestäubung einen ökonomischen Dienst, welcher im Allgemeinen aber ökonomisch nicht erfasst wird.

4Als braune Ökonomie wird das gegenwärtige ökonomische System mit seiner fossilen Basis beschrieben

5Die Millennium-Entwicklungsziele wurden 2001 aufgestellt und sollen bis 2015 erreicht werden. Sie umfassen unter anderem die Ziele ökologischer Nachhaltigkeit, Überwindung extremer Armut oder auch Geschlechtergerechtigkeit.

6Vgl. zu diesem Absatz UNEP (2011b), S. v ff.

7Vgl. zu diesem Absatz UNEP (2011b), S. 4 ff.

8Vgl. UNEP (2011b), S. 29.

9UNEP (2011b), S. 28.

10Vgl. UNEP (2011b), S. 5.

11Vgl. UNEP (2011b), S. 38.

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