Subdiskurse sozial-ökologischer Transformation

Berichte, Konzepte und Leitbilder

Um die Subdiskurse der Debatte um eine sozial-ökologische Transformation herauszufiltern, werden zahlreiche Einzelbeiträge (vgl. Kapitel 2.4.2 und 4.1) und insbesondere die Sammelbände „Ausgewachsen!“ und „Perspektiven einer nachhaltigen Entwicklung“ durchgesehen.1 Außerdem wird die Überblicksstudie „Green New Deal, Suffizienz oder Ökosozialismus“ herangezogen, so dass der Beobachtung der Subdiskurse 45 Beiträge von verschiedenen Autorinnen und Autoren zu Grunde liegen.2 Nicht berücksichtigt werden die Transformationsstrategien, welche für den Vergleich ausgewählt wurden (vgl. Kapitel 5). Die getroffene Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ziel dieser Beobachtung ist es, einen Eindruck über die geführten Subdiskurse zu erhalten und nicht ein repräsentatives Abbild des Transformationsdiskurses zu generieren. Dabei wird die Häufigkeit gezählt, mit welcher ein Subdiskurs in den verschiedenen Beiträgen explizit auftaucht (siehe Tabelle 2 im Anhang).

Die Subdiskurse um BIP-Wachstum und materielle Umverteilung wurden in dieser Beobachtung mit 18 Beiträgen am häufigsten aufgegriffen. Arbeitszeitverkürzung wird in 17 Beiträgen ebenfalls häufig für wichtig empfunden. In wiederum 16 Beiträgen wird eine Stärkung von Gemeinschaftsgütern diskutiert. Subsistenz spielt in 13 Beiträgen eine Rolle. Einen kulturellen Wandel fordern explizit ebenfalls 13 Beiträge. Weitere 13 Beiträge gehen je explizit auf fiskalpolitische Maßnahmen und die Bedeutung von Effizienzrevolutionen ein. Auch ein Wandel demokratischer Institutionen wird von 13 Beiträgen thematisiert. Eine Diskussion um eine regionale Wirtschaftsweise wird in zwölf Beiträgen geführt. Ebenfalls wird in zwölf Beiträgen eine suffiziente Lebensweise gefordert. Wirtschaftsdemokratie wird wiederum in elf Beiträgen als Transformationskonzept diskutiert. In acht Beiträgen werden internationale Lösungsstrategien thematisiert. Sieben Beiträge fordern schließlich eine stärkere Fokussierung auf die Gemeinschaft und weitere sechs sehen explizit den Staat in der Verantwortung Investitionsprogramme in die Wege zu leiten.

Die Subdiskurse um Regionalität und Subsistenz überschneiden sich derweil zum Großteil. In beiden steht eine lokale Versorgung im Zentrum der Debatte. Auch die Diskurse um einen Demokratie-Wandel und um Wirtschaftsdemokratie haben beide einen Ausbau demokratischer Teilhabe zum Ziel, auch wenn die Vorstellung, was darunter zu verstehen sei, durchaus auseinander gehen. Ebenso lässt sich der Diskurs um eine Stärkung gemeinschaftlicher Werte dem Diskurs um einen allgemeinen kulturellen Wandel unterordnen. Die Diskurse um fiskalpolitische Maßnahmen und technologischen Fortschritt zeigen, dass diese Konzepte zwar auch innerhalb des Transformationsdiskurses relevant sind, da diese Diskurse aber auch außerhalb der Transformationsdebatte geführt werden, werden diese beiden Subdiskurse im weiteren Verlauf nicht berücksichtigt.

1Vgl. Rätz u. a. (2011); Welzer/Wiegandt (2011).

2Vgl. Adler/Schachtschneider (2010).

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3 Gedanken zu “Subdiskurse sozial-ökologischer Transformation

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