Vom fordistischen Wohlfahrtsstaat zur sozial-ökologischen Transformation

Konzepte und Leitbilder, Thesen

Die Debatte um die sozial-ökologische Transformation nimmt ihren Ausgang im Klimadiskurs. Der WBGU bezieht sich in seiner Transformationsstrategie auf das in Cancun vereinbarte 2-Grad-Ziel.1 Vielfach wird von einem neuen Erdzeitalter, dem Anthropozän, gesprochen, welches sich dadurch auszeichne, dass der Mensch zum bestimmenden Faktor der Umweltveränderungen geworden sei und damit die Sonne ablöse.2 Der Stern-Report hat auf den Zusammenhang von Wirtschaftswachstum und Klimaverschmutzung hingewiesen und die Dringlichkeit einer Entkopplung angemahnt.3 Rockström hat wiederum aufgezeigt, dass die planetaren Grenzen sich nicht allein auf das Klima beschränken ließen und teilweise sogar schon überschritten seien.4 Bezüglich des Klima- und Umweltproblems hat demnach in den letzten Jahren die Erkenntnis an Bedeutung gewonnen, dass es zur Abwendung eines deutlichen Klimawandels einer Transformation unserer bisherigen Wirtschafts- und Lebensweise bedürfe.

Die These ist, dass sich im Diskurs um die sozial-ökologische Transformation eine Bedeutungsverschiebung vollzogen hat. Zwar bleibt das Klima- und Umweltproblem ein Kern dieser Transformationsdebatte, jedoch hat sie darüber hinaus das Verständnis von Wohlstand weiterentwickelt. Der Wohlstandsbegriff ist komplexer geworden, indem unter anderem die Implikationen eines Klimawandels für die Lebensqualität der Menschen berücksichtigt wird. Zunächst wird der Fähigkeitenansatz eingeführt, um zu erläutern, wie ein solch komplexerer Wohlstandsbegriff sich moralisch begründen lässt (vgl. Kapitel 2.1). Anhand der Rekonstruktion der Landnahme-Theorie (vgl. Kapitel 2.2) wird anschließend der Wandel vom fordistischen Wohlfahrtsstaat (vgl. Kapitel 2.2.1) zum Finanzmarktkapitalismus (vgl. Kapitel 2.2.2) nachgezeichnet. Darauf wird die Theorie der multiplen Krise des Finanzmarktkapitalismus (vgl. Kapitel 2.3) herangezogen, um die Zusammenhänge der Einzelkrisen nachvollziehbar zu machen. Dabei werden kurz ausgewählte Krisenanalysen dargestellt, die in der Debatte um eine sozial-ökologische Transformation zentral sind. Schließlich wird bestimmt, was in dieser Arbeit unter einer sozial-ökologischen Transformation gefasst wird (vgl. Kapitel 2.4). Dazu wird die Unterscheidung zwischen Transformation und Transition diskutiert (vgl. Kapitel 2.4.1) und der Diskurs kurz umrissen (vgl. Kapitel 2.4.2).

1Vgl. WBGU (2011), S. 2.

2Vgl. Steffen, Will/Crutzen, Paul/McNeill, John (2007).

3Vgl. Stern (2007).

4Vgl. Rockström (2009).

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